Ein Foto. Zwei Menschen. Nicht am selben Tag.
Du belichtest die eine Hälfte, jemand anderes die andere, Wochen oder Jahre später. Zusammen wird daraus ein Bild, das keiner von euch allein hätte machen können.

Du machst den Anfang. Das Ende gehört jemand anderem.

Von Hand gebaut in Stuttgart. Innen liegt das Fotopapier im Dunkeln.
Du stichst das linke Loch. Ziehst du die Nadel heraus, beginnt deine Belichtung.
Keine Linse, keine Elektronik. Licht fällt durch ein winziges Loch von 0,3 mm. An der Rückwand entsteht ein kleines, umgedrehtes Bild. Direkt auf dem lichtempfindlichen Fotopapier, wie in einer Dunkelkammer.
Die Kamera wird weitergegeben. An eine andere Person, an einen anderen Ort, an einem anderen Tag.
Tage, Wochen oder Jahre später sticht diese andere Person das zweite Loch.
Rechts entsteht ihr Bild. Links liegt deins, die ganze Zeit im Dunkeln.



Beide Aufnahmen auf einem Bild. Auf dem Kopf stehend.
Fünf Minuten in der abgedunkelten Küche, unter Rotlicht: Instantkaffee, Vitamin C, Natron. Das Bild wird im Entwickler langsam sichtbar.
Jetzt seht ihr beide zum ersten Mal, was ihr gemeinsam aufgenommen habt. Das Negativ wird umgekehrt. Erst jetzt entsteht das fertige Bild.
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Drei Schritte.
- 01
Belichten
Nadel ins Aluminium stechen, Kamera ausrichten, Nadel herausziehen, Loch wieder zukleben.
- 02
Weitergeben
Die Kamera geht weiter. An jemand anderen, an einen anderen Ort, an einen anderen Tag.
- 03
Entwickeln
Person 2 belichtet die zweite Hälfte und entwickelt das Negativ mit Caffenol: etwas Instantkaffee, Vitamin C und Natron.
Die Kamera.
Eine Lochkamera, die zwei Menschen teilen.
Zwei Hälften, die sich nie begegnet sind.
Du belichtest eine Hälfte des Papiers und gibst die Kamera dann aus der Hand. Jemand, den du liebst, oder jemand, dem du nie begegnen wirst, belichtet die zweite Hälfte.
Sichtbar wird das Bild erst im Kaffee: fünf Minuten in einer abgedunkelten Küche, bei rotem Licht. Dann liegen beide Hälften auf demselben Fotopapier.

Eine Kamera, zwei Hände, Kaffee.
Reine Optik
Ein Loch von 0,3 mm. Kein Glas, keine Linse, keine Elektronik. Das Licht zeichnet direkt auf Fotopapier.
Handgefertigt
Kleinserie aus Stuttgart. Jede Kamera wird von Hand gebaut, geprüft und eingepackt, und jede trägt ihre eigene gestempelte Nummer.
Caffenol
Instantkaffee, Vitamin C, Natron: zusammen unter 5 €. Kein Chemieversand, kein giftiger Abfluss.
Workshop in Stuttgart.
Fünf Stunden, sechs Plätze, ein Negativ. Wir belichten zu zweit und entwickeln gemeinsam in Caffenol.
Aus dem Journal.
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7 min LesezeitHäufige Fragen.
Was ist eine Pinhole-Kamera?
Eine Kamera ohne Linse.
Wie lange dauert eine Belichtung?
Ab vier Sekunden, je nach Licht.
Was ist Caffenol?
Ein Entwickler aus Instantkaffee, Vitamin C und Natron: Zutaten aus Supermarkt und Drogerie, zusammen unter 5 €.
Wie sieht das fertige Bild aus?
Schwarzweiß, aber nicht neutral grau: Das Negativ kommt in einem warmen Sepia-Ton aus dem Caffenol, weich und malerisch, wie die Beispielbilder auf dieser Seite.
Muss der Raum zum Entwickeln wirklich ganz dunkel sein?
Ja, ganz dunkel.