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Über uns

Eine Kamera. Zwei Hände. Ein Negativ.

Ein Negativ, zwei Menschen, eine Wartezeit, die ihr selbst festlegt. Both In Time ist eine Brücke zwischen zwei Menschen, manchmal zwischen zweien, die sich nie begegnen werden.


Licht trifft Fotopapier durch ein Loch von 0,3 mm. Vier Sekunden, manchmal vier Minuten. Du belichtest die eine Hälfte; jemand anderes belichtet die andere, vielleicht eine Woche, vielleicht ein Jahr später. Das Negativ liegt dazwischen wie ein versiegelter Brief, den keiner von euch vorher öffnen kann.

Entwickelt wird mit Instantkaffee, Vitamin C und Natron, fünf Minuten unter Rotlicht in deiner abgedunkelten Küche. Was am Ende auf dem Papier steht, ist ein Bild, das nur entstehen konnte, weil zwei Menschen sich Zeit füreinander genommen haben, auch wenn sie sich nie gesehen haben.

Das ist Both In Time. Eine Kamera, die auf einen zweiten Menschen wartet.

Wie es dazu kam

Ein Spaziergang in Portugal

Es gibt Ideen, die nicht enden können. Sie wechseln nur den Träger, wie Zugvögel das Land überqueren und doch dieselben bleiben.

Als das Kunstprojekt camera obscura 2005/1 bis unendlich im Jahr 2025 nach zwei Jahrzehnten und über tausend Negativen zu Ende ging, wanderten seine Gedanken an einen Strand in Portugal. Przemek und Ineke, Schwiegervater und Schwiegertochter, liefen lange am Wasser entlang, eine Flasche Rotwein im Sand, und sprachen darüber, ob ein Projekt mit dem Unendlichkeitszeichen im Namen überhaupt aufhören darf.

Am Abend war die Antwort da: dasselbe Prinzip, aber in anderer Gestalt. Keine Kunstauktionen mehr, kein Archiv, sondern eine Kamera, klein genug für zwei Hände, die einander nicht einmal kennen müssen.

Vielleicht hat es genau diese 20 Jahre gebraucht, um Both In Time ins Leben zu rufen. Getragen von zwei Menschen aus zwei Generationen: Przemek, der seit über vierzig Jahren mit Licht, Handwerk und Geduld arbeitet. Und Ineke, die als Coach genau weiß, wie echte Verbindung zwischen Menschen entsteht, und wie viel Mut es manchmal braucht, Erinnerungen Raum zu geben.

Zwischen den beiden liegt eine Generation. Und genau das ist der Bauplan der Kamera: Sie verbindet, was Zeit oder Distanz getrennt haben. Vater und Tochter. Großmutter und Enkel. Zwei Freunde, zwischen denen ein Ozean liegt.

Heute wird jede Both In Time Kamera von Przemek in Stuttgart von Hand gefertigt und fortlaufend ab der Nummer 0001 nummeriert. Von der Flasche Rotwein im Sand ist nichts geblieben, vom Spaziergang alles: eine Kamera, die von Hand zu Hand wandert, Zeiten miteinander verwebt und Geschichten sammelt, die bleiben.

Wer dahinter steht

  • Przemek Zajfert

    Heliographie · The 7th Day

    Przemek Zajfert (*1959) lebt und arbeitet in Stuttgart. Über 25 Jahre zog er als Straßenkünstler mit einer mobilen Camera obscura durch europäische Städte; sein Archiv umfasst über 40 Jahre Arbeit mit der Camera obscura. An seinen partizipativen Projekten camera obscura 2005/1 bis unendlich und The 7th Day beteiligten sich weltweit mehr als 13.000 Menschen, jede Fotografie mindestens sieben Tage belichtet. Seit 2014 arbeitet er an Heliographie 1827 bis 2027 nach dem Verfahren von Niépce. Both In Time bringt diese Praxis in zwei Hände: dieselbe Geduld, jetzt in einer Kamera zum Weitergeben statt auf einer Weltkarte.

  • Ineke Bader

    Co-Founder · Both In Time

    Ineke Bader ist Personal- und Business-Coach. Sie hat als Headhunterin angefangen und arbeitet heute selbstständig mit Einzelpersonen und Teams. Beruflich beschäftigt sie sich mit der Frage, die auch in dieser Kamera steckt: Wie entsteht ein Moment, und was macht er mit uns? Bei Both In Time sorgt sie dafür, dass die Kamera für jemanden funktioniert, der noch nie ein Bild entwickelt hat. Przemek bringt das Handwerk mit; Ineke die Sicht derjenigen, die so eine Kamera zum ersten Mal in der Hand halten.

Werkverzeichnis
Drei Säulen
  • Echte Pinhole-Optik

    Die Lochkamera ist Fotografie in ihrer einfachsten Form: ein Loch von 0,3 mm, kein Glas, keine Elektronik, kein Bildschirm, der dir vorab verrät, was du hast. Du richtest die Kamera aus, öffnest das Loch und gibst die Kontrolle an das Licht und an die Zeit ab. Was dabei entsteht, ist weicher und langsamer als jedes Handyfoto, und es gibt es nur einmal.

  • Zwei Hände, ein Bild

    Ein Negativ, zwei Menschen. Du belichtest die eine Hälfte, jemand anderes die andere, getrennt durch Kilometer oder durch Jahre. Keiner von euch sieht, was der andere festhält, bis das Bild entwickelt ist. Was am Ende auf dem Papier steht, ist nie das Bild, das du allein gemacht hättest. Es gehört euch beiden.

  • Entwickelt mit Kaffee

    Caffenol ist ein Entwickler aus Instantkaffee, Vitamin C und Natron: alles aus dem Supermarkt, nichts Giftiges, nichts für den Sondermüll. Du entwickelst in deiner eigenen Küche und siehst zum ersten Mal mit eigenen Augen, wie ein Bild aus dem Nichts erscheint. Danach verstehst du, was „entwickeln“ wirklich bedeutet.

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